Gesunder Umgang mit unseren Gefühlen

Vielleicht kennst du diese Momente:

Du funktionierst den ganzen Tag, bist für andere da, erledigst, organisierst, hältst durch – und dann reicht eine Kleinigkeit, und innerlich kippt alles.

Plötzlich ist da Überforderung, Gereiztheit oder einfach nur Leere.

Und du fragst dich vielleicht: Was stimmt eigentlich gerade nicht mit mir?
Die ehrliche Antwort ist: gar nichts.

Hand aufs Herz – wir alle mögen die angenehmen Gefühle lieber. Freude, Leichtigkeit, Gelassenheit. Wer entscheidet sich schon freiwillig für Angst, Wut oder Traurigkeit?

Alle Gefühle haben einen Sinn

Und doch sind es gerade diese unangenehmen Gefühle, die eine wichtige Funktion haben.

Sie sind keine Störung.
Sie sind ein Signal.

Gefühle zeigen uns, dass etwas in unserem Inneren Aufmerksamkeit braucht – dass Bedürfnisse nicht erfüllt sind oder wir uns selbst an irgendeiner Stelle nicht ganz treu sind.

Wie entstehen Gefühle eigentlich?

Aus neuropsychologischer Sicht entstehen Emotionen in älteren Bereichen unseres Gehirns, insbesondere im limbischen System und im Reptiliengehirn. Sie sind schnell, automatisch und oft sehr intensiv.

Unser Körper reagiert unmittelbar: vielleicht mit einem Druck im Brustkorb, einem Kloß im Hals oder einem flauen Gefühl im Bauch.

Diese Reaktionen sind kein Zufall – sie sind Teil unseres Überlebenssystems.

Unser Gehirn ist nämlich nicht darauf ausgelegt, dass wir uns ständig gut fühlen. Es ist darauf ausgelegt, uns zu schützen. Deshalb bewertet es intensive Emotionen manchmal wie eine potenzielle Gefahr.

Gefühle entstehen erst im nächsten Schritt:
Dann, wenn wir beginnen, wahrzunehmen, einzuordnen und zu verstehen, was in uns vorgeht. Dabei spielt der präfrontale Kortex eine wichtige Rolle – der Bereich im Gehirn, der für Reflexion, Regulation und bewusstes Erleben zuständig ist.

Kurz gesagt:
Emotionen passieren schnell.
Gefühle entstehen, wenn wir ihnen Raum geben.

Ein Beispiel:
Du bekommst eine kritische Nachricht. Im ersten Moment reagiert dein System vielleicht mit einem schnellen Stich von Angst oder Ärger – das ist die Emotion.
Wenn du innehältst, spürst und reflektierst, merkst du vielleicht: Ich fühle mich verunsichert oder ich bin verletzt. Das ist das Gefühl.

Viele Menschen haben nie wirklich gelernt, mit diesen inneren Zuständen umzugehen. Stattdessen entwickeln wir – oft unbewusst – Strategien, um uns nicht fühlen zu müssen.

Typische Wege um Gefühle nicht fühlen zu müssen, sind:

  • Vermeidung: Wir ziehen uns zurück oder gehen auf Abstand
  • Unterdrückung: Wir setzen ein Lächeln auf, obwohl es sich innen ganz anders anfühlt
  • Grübeln: Wir versuchen, Gefühle „wegzudenken“
  • Projektion: Wir bewerten im Außen das, was wir in uns selbst nicht zulassen können

Und all das hat einen guten Grund: Es schützt uns – zumindest kurzfristig.

Unser Nervensystem entscheidet immer zuerst: Bin ich sicher?
Wenn die Antwort „nicht ganz“ lautet, greifen wir automatisch zu diesen Mustern.

Deshalb ist es wichtig zu verstehen:
Du musst das nicht perfekt können. Und du musst dich auch nicht zwingen, alles sofort zu fühlen.

Umgang mit Gefühlen

Gleichzeitig lohnt es sich, einen neuen Umgang damit zu entwickeln. Denn Gefühle, die dauerhaft unterdrückt werden, verschwinden nicht einfach. Sie bleiben im System – oft spürbar als innere Anspannung, Erschöpfung oder das Gefühl, irgendwie abgeschnitten zu sein.

Manche Menschen beschreiben das so: Ich fühle gar nicht mehr richtig etwas.
Auch das ist eine Form von Schutz.

Ein erster, sanfter Schritt ist, wieder mehr in Kontakt mit dem eigenen Körper zu kommen. Denn dort zeigen sich unsere Emotionen am deutlichsten.

Starkes Gefühl – ein kleiner Impuls für dich:

Wenn du das nächste Mal eine starke Emotion bemerkst:

  • halte kurz inne
  • spüre, wo im Körper sie sich zeigt
  • lege eine Hand auf diese Stelle

Atme dann ruhig und bewusst:
4 Sekunden ein, 7 Sekunden halten, 8 Sekunden aus.

Nach ein paar Atemzügen kannst du dir innerlich sagen:
„Mein Atem trägt mich.“

Du musst dabei nichts verändern. Es reicht, wahrzunehmen.

Wenn du magst, kannst du danach deinen Körper leicht ausschütteln, dich strecken oder bewusst deine Füße am Boden spüren.

Solche kleinen Bewegungen helfen deinem Nervensystem, Spannung zu regulieren.

Und vielleicht der wichtigste Punkt, was den Umgang mit Gefühlen angeht:

Versuche, dir selbst in diesen Momenten mit etwas mehr Freundlichkeit zu begegnen.

Nicht: Warum bin ich so?
Sondern eher: Ah, da ist gerade etwas in mir, das gesehen werden möchte.

Dieser Perspektivwechsel verändert oft mehr, als wir denken.

Der gesunde Umgang mit Gefühlen

Ein gesunder Umgang mit Gefühlen bedeutet nicht, immer ruhig und ausgeglichen zu sein.
Es bedeutet, sich selbst Schritt für Schritt besser zu verstehen – und sich auch in schwierigen Momenten nicht zu verlieren.

Du darfst lernen, dir selbst wieder näher zu kommen. In deinem Tempo. Auf deine Weise.

Und wenn du spürst, dass du dir dabei Unterstützung wünschst:
Du musst da nicht alleine durchgehen.

Ich begleite dich gerne – mit Erfahrung, Feingefühl und einem sicheren Raum für alles, was gerade da ist.

Melde dich gerne bei mir und wir besprechen in einem kostenlosen Kennenlerngespräch wie ich dich am Besten begleiten kann.

Ich freu mich auf DICH,

Lucia

Kontakt per Telefon: +43 676 470 9224
Kontakt per E-Mail: lucia.patusova@hotmail.com

Lucia Patúšová, Dipl. Mentaltrainerin & Psychologin